Eine überwältigende Fülle von Kunstschätzen liegt dies- und jenseits des Apennins beisammen und sollte für Kunstliebhaber und Freunde Italiens gerade in den Wintermonaten ein Grund zum Besuch sein. Der Startpunkt sollte Carrera, die anmutige Stadt am Fuss der Apuanischen Alpen sein. Hier wurde bereits im Altertum der berühmte Marmor gewonnen.
Nur elf Kilometer von Carrera entfernt, erreicht man Massa: den Herzogspalast und die Burg aus dem 15. Jh. sowie den wunderschönen Dom. Ehe man jedoch Lucca erreicht, zweigt die Strasse aus dem Serchio-Tal ab nach Barga mit seinem wunderbaren romanischen Dom. Hier ist ein kleiner Zwischenstopp unbedingt notwendig. Luccas Stadtbild wird von herrlichen weißen Marmor und Bauten aus der romanischen Periode beherrscht. Mächtige alte Stadtmauern umgeben den Dom aus dem 13. Jh. mit dem Grabmal der Ilaria del Carretto, geschaffen von Jacopo della Quercia, dem romanisch-gotischen Oratorium Santa Maria della Rosa, der Kirche San Michele mit der schönen Loggien Fassade. Die schönste Strasse der Stadt, die Via Fillungo, führt den Besucher zum römischen Amphitheater, um das sich malerische Häuser aus dem Mittelalter gruppieren.
Nur 21 km entfernt liegt die märchenhafte Stadt Pisa mit dem Schiefen Turm, weltweit bekannt. Ein unnachahmlicher Baustil mit großer bildhauerischer Tradition der italienischen Vorrenaissance, der berühmten Bildhauer Nicola und Giovanni Pisano und Arnolfo da Cambio. Weitere Sehenswürdigkeiten wären noch der Palazzo Reale, das königliche Schloss aus dem 16. Jahrhundert, sowie weitere viele Palazzi aus dem 16. und 17. Jh..
Über die nahe Autobahn erreicht der Besucher Pistoia mit seiner Gruppe prachtvoller romanischer Kirchen, darunter San Domenico (14. Jh.) und die Kirche Sant'Andrea, deren Kanzel von Giovanni Pisano stammt. Der Besucher ist nicht mehr fern von Florenz und ehe er sich die Metropole der Renaissance in der nötigen Ruhe ansieht, wäre zunächst ein herrlicher Rundblick vom Piazzale Michelangelo zu empfehlen. Über allem thront die Kuppel von Santa Maria del Fiore.
Die Kulturschätze und die immens reich geschmückten Galerien und Kirchen der einstigen mächtigen Metropole des Mittelalters beeindrucken jeden Besucher aufs Neue. Besonders der Palast der Uffizien mit der berühmtesten Kunstgalerie der Welt ist Anziehungspunkt für jeden Florenzbesucher.
Der erste Tag in Florenz kann mit einem Abstecher zur charakteristischen Ponte Vecchio abgerundet werden.
Florenz und seine Umgebung sind immer eine Reise wert
Die Sehenswürdigkeiten von Florenz sind u.a. das mittelalterliche Stadtviertel Borgo Santi Apostoli, die Kirche Santa Trinita (Dreifaltigkeitskirche) mit der erhabenen "Anbetung der Hirten" von Ghirlandaio, die Prachtbauten Palazzo Davanzati, Palazzo dei Capitani di Parte Guelfa, Palazzo Corsini, er liegt an der schönsten Promenade am Arno, und hat eine bedeutende Gemäldegalerie, sowie der Palazzo Rucellai und Palazzo Strozzi.
Weiterhin sollte ein Besuchstag den Ahnen der Florentiner gewidmet sein, den Etruskern und dem Museum für Altertumskunde, mit zahlreichen berühmten etruskischen und griechischen Bildhauerwerken. Nur wenige Schritte sind es vom Museum zum Kloster, wo Beato Angelico einen der bedeutendsten Freskenzyklen aller Zeiten malte.
Eine bezaubernde Landschaft liegt zwischen Florenz und der Etruskerstadt Fiesolo, die von gewaltigen Mauern umgeben ist. Aus der Zeit der Römer stammt das Amphitheater, während der prachtvolle romanische Dom ein Vermächtnis des Mittelalters ist. Auf dem höchsten Punkt der Stadt erhebt sich das Kloster San Francesco; früher standen hier die etruskische Akropolis und eine mittelalterliche Burg.
Über das Arno-Tal verlässt man nun Florenz fährt vorbei an eleganten Villen und grünen, mit Zypressen bestandenen Hügeln bis nach Pontassieve. Eine auch im Winter sehr schöne Fahrt. Weiter geht es über den Consuma-Pass und durch dichte Wälder. Waldeinsamkeit pur, wo schon Petrarca schwärmte.
Über die Einsiedelei Camaldoli und vorbei am Schloss Poppi der Grafen Guidi bis hin nach Caprese Michelangelo, wo das Geburtshaus von Michelangelo Buonarroti steht. Hier sollte der winterliche Ausflug beendet werden.
Die Barockstraße von Mailand bis Cagliari und Palermo
Ein herrliches Reiseziel sind Italiens Barockbauten gerade in den Wintermonaten, wenn Kunst- und Kulturstätten zu einem beschaulichen und erholsamen Genießen einladen. Es empfiehlt sich eine Reise zu den Meisterwerken der Barockkunst des 17. Jh., als der Barock seinen Lauf durch Italien startete. Dieser weit verbreitete Kunststil hat sich zu einem gewaltigen Phänomen entwickelt. Somit ist Italien auch ein berauschendes barockes Freilichtmuseum. Rom ist in dieser Zeit nicht nur die päpstliche Residenz, sondern auch die Metropole der katholischen Welt und die Stadt wächst zum Mittelpunkt der italienischen und europäischen künstlerischen Welt. Einzigartig ist der Prunk der sakralen und profanen Bauten, die in dieser Epoche in der Stadt der Päpste entstanden sind. Aber die Päpste vernachlässigen auch nicht den Bau von prächtigen Palästen, Villen und Gärten und entfalten somit endlosen Prunk und Luxus. Der römische wird zum internationalen Barock. Als äußerst großzügige Gönner fungierten die wichtigsten römischen Familien wie die Barberini, die Farnese, die Borghese und andere. Die ganze Pracht des barocken Kunststils breitete sich auch in anderen italienischen Städten aus. Mit der Barockzeit wird vor allem die Kunst der Verzierung entwickelt.
So führt der Weg des italienischen Barocks von Mailand über Turin, Genua, Rom und Neapel und Lecce bis nach Sizilien und Cagliari auf Sardinien.
